Von Costa Rica über die Grenze nach Panama bis Boca del Torro

  • Mit dem Bus nach Sixaola
  • Grenzübergang
  • Zusammenfassung Einreise nach Panama
  • Fahrt nach Almirante (zum Hafen)
  • Mit dem Boot nach Bocas (Isla Colon)
  • Rückfahrt

Mit dem Bus nach Sixaola und Grenzübergang

Für unseren Ausflug nach Panama haben wir drei Tage eingeplant. Das passte sehr gut, denn wir mussten hier in Cahuita für 2 Tage aus unserer Unterkunft, da sie für zwei Tage an andere Gäste vermietet war. Alle Sachen, die wir nicht brauchten, haben wir hier gelassen und sind nur mit dem nötigsten Gepäck gereist. 

Von San José, Limon, Puerto Viejo fahren täglich mehrere Busse nach Sixaola, der Grenzstadt in Costa Rica. Wir sind von Cahuita ca. 1 Stunde mit dem Bus gefahren, in den Bergen fing es dann zu regnen an. Als wir in Sixaola ankamen, haben wir erstmal festgestellt, dass wir keine Dollar haben um die Transfers in Panama zu bezahlen, der Automat in Cahuita hat uns keine Dollar ausgespuckt. Also haben wir in Sixaola unsere letzen 25 Euro eins zu eins in Dollar getauscht und die restlichen Collon in Dollar. Das musste reichen. Als wir aus dem Bus ausstiegen, fanden wir eine sehr lange Menschenschlange vor, die alle nach Panama einreisen wollten. Es regnete, wir hatten keine Regenschirme, keine Regenjacken und keine langen Sachen mit. Die Kinder fingen an zu frieren. Erstmal ruhig bleiben, haben wir uns gedacht. Mein Mann bezahlte dann die Gebühr von 9 Dollar pro Person an der Gebührenzentrale, die jeder Ausreisende aus Costa Rica jetzt bezahlen musste. Ich stand mit den Kindern in der Schlange und und als der Regen plötzlich stärker wurde, rief ich meinen Mann um die Kinder abzuholen, dass die wenigsten trocken bleiben würden. Der hatte aber gerade unsere Reisepässe der Dame in der Gebührenzentrale gegeben und konnte nicht weg. Es kam aber ein Tico, der mir zuwinkte und sagte, Familie könnten vor. Das war unser Glück, denn die 200m lange Menschenschlange bewegte sich einen Meter vor, in den letzten 5 Minuten. Wir konnten also vor. Toll! Ich war sehr verunsichert, mein Mann war immer noch beim Bezahlen und der Typ machte Druck, dass ich ihm folgen sollte, also schlängelt wir uns bis vor zum Grenzbeamten. Der machte seine Lucke auf, verlangte die Pässe. Nach 2 Minuten ging die Tür wieder auf, es kam eine eisige Kälte aus dem Loch von der Klimaanlage. Er fragt „Pepe?“ Ich zeigte Pepe, ok- Stempel- der erste durfte nach Panama. 10Minuten später durften wir dann weiter. In der Zwischenzeit hatte uns unser Helfer versucht den Transfer nach Almirante zu verkaufen. Ich war total verunsichert und dieser Mensch wollte uns helfen, aber in meinem Ohr sagte immer eine kleine Stimme „Erst über die Brücke laufen und dann ein Taxi buchen“. Das machten wir dann auch. Wir liefen dann über eine sehr lange, alte rostige Brücke über einen Fluss, der braunes Wasser hatte. Es war schon ein beängstigendes Gefühl. Auf der anderen Seite mussten wir dann noch einen Einreisestempel von den Panamaern abholen. Dort mussten wir unsere Gesichter noch scannen lassen und Fingerabdrücke abgeben. 

Zusammenfassung Einreise nach Panama

  1. Du brauchst Dollar um die Gebühr und den Transfer in Panama zu zahlen. Du bezahlst zur Zeit 9 Dollar Ausreisegebühr aus Costa Rica. Man kann auch in Collon zahlen, aber das kostet dann wieder Gebühren.
  2. Du musst in Panama eine Ausreise nachweisen, also nimm dein Rückflug- oder Weiterreiseticket mit.
  3. Erst in Panama den Bus nach Almirante buchen und bezahlen. Es ist viel günstiger. Zur Zeit 10 Dollar pro Person.Kinder reisen umsonst, es ist Verhandlungssache. Bei uns hat es geklappt. 
  4. In Panama, gleich wenn du von der Brücke runterkommst, links abbiegen zur Migrantenstation und Einreisestempel holen. Ist wichtig. Es gibt auf der Fahrt Grenzkontrollen
  5. Eine Toilette gibt es auch gleich hinter der Grenze. Hinter der Brücke links abbiegen, an dem Gebäude entlanglaufen und dann kommt da ein sehr herunter gekommendes Haus. Wir haben eine andere Lösung gefunden.
  6. Im Bus gibt es W- lan- zwar nur den Hotspot vom Fahrer, und nur in größeren Orten, aber es besteht die Möglichkeit es zu nutzen.

Fahrt nach Almirante

Wir saßen dann im Kleinbus. Der Regen wurde immer stärker. Wir brauchten dringend W-lan, weil mir nach Deutschland telefonieren mussten um wichtige Dinge zu klären. Ich saß mit drei Kindern, die ausgehungert schienen, auf einer Sitzbank, es war eng, heiß, feucht, übelriechend…. Es war auch schon nach 13Uhr, wo war die Zeit geblieben. Später stellte ich fest, dass wir noch eine Zeitzone überquert hatten. Von Panama sahen wir nicht viel, da wir in Gedanken in Deutschland waren. Die Situation war für uns unerträglich, wir waren gestresst, angespannt, wütend, traurig und alles zu gleich. Immer wenn wir Empfang hatten erreichten uns neue bruchenstückenhafte Horrornachrichten aus Deutschland. Ein Gesamtbild der Situation konnten wir uns erst Tage später verschaffen. Die Kinder merkten, dass etwas nicht stimmte und irgendwie hatten sie auch Verständnis, dass wir weder etwas zu Essen und dann auch noch sehr schlecht gelaunt waren. Irgendwann hielt dann der Bus. Wir waren ja hilflos ausgeliefert und mussten darauf vertrauen, wo uns der Bus hinfuhr- zu seinem Bootsführer des Vertrauens. Hört sich schlimmer an als es ist. Die Rücktour war besser, aber bei Regen sieht man halt nichts. 

Mit dem Boot nach Bocas

Mit dem Boot nach Bocas

An der Bootsstation angekommen, kauften wir für die Überfahrt nach Bocas Tickets. Wir waren die letzten, die in das Boot einsteigen sollten. Es war klein- 4 Sitzreihen, mit je 4 Leuten in einer Reihe. Das Boot schien voll zu sein. Aber nein, erst kamen der Kinderwagen und unser Roller vorn zum Fahrer und dann wurde umgesetzt. Dabei achtete der Bootsführer auf gleichmäßige Gewichtsverteilung und Familienzugehörigkeit. Denn er stellte schnell fest, dass sich unsere Kinder nicht von uns lösten. Das Baby – also ich mit meiner Trage und Baby, sollte in die Mitte, daneben die Kinder und dann mein Mann. Umrandet wurden wir von 2 anderen Fahrgästen. Wir passten alle in eine Reihe, wir sind ja schlank. Nur als dann die Schwimmwesten dazukamen, war es etwas eng. Bei der Überfahrt wurde mir klar, weshalb keiner von uns außen sitzen sollte. Es war sehr laut, schnell, wackelig, nass (obwohl wir ein Dach hatten), stickig und furchteinflößend. Es wurde noch lauter, als das Boot die kleine Bucht verlassen hatte und noch schneller. Wir waren froh als wir wieder aussteigen konnten.

In Boca del Torro hat es immer noch geregnet. Wir haben wieder sofort ein Restaurant mit W-lan angesteuert. Aber nicht zum Essen, sondern zum telefonieren. Die Kinder waren nicht glücklich, aber haben es akzeptiert. Eine Junge Frau hat ihre Hilfe angeboten als sie uns dort so stehen sah und hat uns ein paar Hotels empfohlen. Ich bin dann von Hotel zu Hostel gerannt um mir Zimmer anzuschauen… aber nichts dabei. Wir dachten, wir hätten genug Zeit um in Ruhe eine Unterkunft vor Ort zu suchen. Aber da haben wir nicht diesen Starkregen und die Situation in Deutschland eingeplant. 

Es kam wie gerufen – eine Churreria- es gab Churros mit Schokolade und Karamell gefüllt. Nicht vegund, aber vegan- und es machte die Kinder glücklich und hob die Stimmung, gab mir Zeit weiter nach Unterkünften zu suchen. Wir hatten hier auch wieder Hilfe und ich muss so verzweifelt ausgesehen haben, dass mir der Hotelier mehrfach einen Rabatt gegeben hat. So sind wir für zwei Tage ins Hotel gezogen, hatten einen Pool und Frühstück. 

Wie es in Boca weitergeht, findet ihr hier.


Rückfahrt nach Costa Rica

Die Rückfahrt war ähnlich wie die Hinfahrt, etwas weniger Regen. Wir konnten die schöne Landschaft von Panama genießen. Als wir aus dem Boot in Almirante ausstiegen, warteten schon wieder die Busauffüller. Wir handelten einen Preis aus. Er schnappte sich unseren Kinderwagen und rannte mit ihm, über dem Kopf haltend,100m die Straße entlang. An einem kleinen Bus stellte er ihn und verkündete dass er noch 5 Mitfahrer hätte. Alle blickten sich skeptisch an, auch wir. Der Bus war schon voll und selbst das Gepäck der Fahrgäste passte nicht mehr rein. Aber in Panama ist alles möglich. 10min später starteten wir. Unser Kinderwagen fuhr mit weiterem Gepäck auf dem Dach. Wir saßen zu fünft auf 2 Sitzen. 

An der Grenze kauften wir noch eine Flasche Rum für Miguel, unseren Gastgeber in Costa Rica. Wieder in Panama zur Ausreisestelle, wieder Fingerabdrücke… in Costa Rica an der Grenzstation dauerte es diesmal noch länger als 2 min pro Person, da er noch unseren Beruf, die Adresse der Unterkunft in Costa Rica und den Namen unserer Eltern wissen wollte.

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Eine Antwort

  1. 1. August 2019

    […] genau nun die Überfahrt nach Panama war, das erfahrt ihr hier und auch etwas über Bocas del […]

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