Direkt am Meer wohnen – ein Traum und eine Herausforderung für uns

Sonnenaufgänge am Meer

Direkt am Strand zu wohnen, das Meer zu sehen und zu hören, die frische Brise zu spüren und mitten im weißen Sand zu sein… danach haben wir gesucht und es dann auch gefunden. Damit es für uns bezahlbar ist, gab es einige Sachen, mit denen wir uns arrangieren mussten: keinen Strom, kein W-lan, Küche im Urwald, kochen über dem Feuer. Ja es war wirklich ein Abenteuer und hat uns sehr gut gefallen. Jeden Morgen sind wir aufgestanden und sind gleich zum Meer gegangen. Entweder gleich mal Abkühlen im Wasser, den Sonnenaufgang beobachten, vor den Mücken flüchten (bei Windstille, ist man nur am Wasser vor ihnen sicher) oder aber Kokosnüsse ernten. Am frühen Morgen war dafür der beste Zeitpunkt, da keiner am Strand unterwegs ist und noch niemand unter Palmen seinen Platz gefunden hat. Im Nationalpark ist Kokosnüsse ernten wohl verboten und so konnten wir die ein oder andere Kokosnuss heimlich mitnehmen bevor die Hotels sie geerntet haben und eine für 5 Dollar verkauft haben. Mit einem langen Stock und einem Haken daran haben wir sie dann geerntet, mit unserer Machet geöffnet und zum Frühstück getrunken.

Kochen am Feuer

Jeden Morgen haben wir unseren Guten-Morgen-Brei auf dem Feuer gekocht. Aber bevor das ging, musste erstmal das Feuer brennen. In der Nacht hat es oft geregnet, sodass das Feuerholz und alles was man hätte sammeln können nass war. Manchmal hat es sogar 1 Stunde gedauert bis aus dem stinkendem Qualm ein kleines Feuer wurde. Dann noch Wasser holen, kochen und die Haferflocken einrühren. Manchmal hat auch schon das Feuer gebrannt, denn Claudio hat es schon angemacht und uns den Vortritt beim Kochen gelassen. Claudio und Sabina haben uns in diesem Camp sehr viel geholfen und gezeigt und mit uns Essen geteilt. Es war sehr schön, die beiden dort zu haben. Wir sind gespannt, wie es für sie nach ihrer Voulunteertätigkeit weitergeht. Nachdem das Essen dann fertig gekocht war, haben wir es im rußigen Topf an den Strand getragen, Obst geschnippelt und am Meer gegessen. Danach wieder alles runtertragen und abwaschen. Unsere Kinder haben es sich natürlich nicht entgegen lassen, sich mit dem schwarzen Ruß einzuschmieren. Auch unser kleiner Muckel hat beim Kochen geholfen, er hat immer gepustet um das Feuer zum Brennen zu kriegen. Durch den Qualm war keine Mücke weit und breit mehr da. Der Geschmack vom Essen war immer etwas rauchig. Wir haben es schätzten gelernt einen Herd zu besitzen, denn so einfach mal den Herd an und das Wasser kocht, ja so ist es nicht überall. 

Abends in der Dunkelheit

Kurz vor um Sieben ist die Sonne untergegangen und dann war au feinmal alles leer und still… die Bar und das Restaurant hatten geschlossen, die  Touristen waren weg. Der Nachtwächter machte sich seine Musik an. Jetzt war es dunkel, nur die Sterne leuchteten. Unsere Kopflampe war jetzt schon sehr hilfreich. Als sie einmal auf dem Weg zur Küche ausgefallen ist, fiel mein Mann über ein Stück Holz und hat sich den Zeh bis auf das Fleisch aufgerissen. Mit unserem neuen Notfallset konnten wir aber die Wunde in der Nacht mithilfe der Kopflampe noch verarzten. 

Magen-Darm im Dunkeln

Noch in dieser Nacht wurde mein Mann vom Magen-Darm-Männchen besucht und verbrachte die Zeit auf dem Klo. Ich muss dazu sagen, dass es kein Licht gab und die Klobrille durchgerostet nur noch lose auf dem Klo lag. Ich hätte nicht tauschen wollen, auch nicht als ich am nächsten Tag allein mit den Kindern, von denen auch noch eins Magen-Darm hatte, tauschen wollen. Jetzt allein Feuer machen und essen kochen bei den langen Wegen usw.. da muss man improvisieren und ruhig bleiben. Leichter gesagt, als getan… Am Nachmittag war alles schon wieder besser. Unsere Tochter hatte einen Tag vorher schon am Nachmittag gebrochen, abends war alles wieder weg. 

Zum Einkaufen Trampen

Eine große Herausforderung war das Einkaufen. Nicht nur, dass wir dafür über 3km Trampen mussten, sondern auch das Essen für zwei Tage zu planen. Hört sich nicht schwer an, aber für eine fünfköpfige gefräßige Familie schon. In Deutschland sind wir manchmal 4x einkaufen gewesen, weil wir irgendetwas vergessen hatten oder jemand auf irgendetwas Hunger hatte, was nicht im Haus war. Hier mussten wir uns einschränken, das tat uns allen mal gut. Das Trampen war weniger ein Problem, es fand sich immer jemand, der uns mitgenommen hat, auch mit unserem großen Einkauf für 2 ganze Tage 😉 Beim Essen kochen hatten wir aber oft zu viel gemacht, mit dem begrenztem Platz im Kühlschrank konnte es auch schlecht aufbewahrt werden, also haben wir es mit unseren Freunden geteilt. 

Nicht zu vergessen der schöne weiße Sand…. ja der ist überall… im Bett, in den Haaren, in der Dusche, an den Klamotten, im Essen…

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