Vom Meeresrauschen ins Stadtgewimmel nach San José

Wir sind mit dem Bus wieder zurück nach San José gefahren. Dieses Mal war die normale Strecke wieder „frei“, d.h. wir konnten die Straße entlang fahren, aber im Schritttempo, denn es war fast überall eine Baustelle. Die Ticos haben sich das gleich zu Nutze gemacht und so standen viele Verkäufer am Straßenrand, die den vorbeifahrenden Autos und Bussen ihre Chips, Getränke und Gebäcke anboten. In Limon war eine kurze Pause und dort stand dann wieder der Polizist am Bus und beaufsichtigte die Ausgänge. Als wie wir nach 4,5 Stunden Fahrt in San José ankamen, haben wir uns ein Taxi genommen. 

Taxi in San José 

Erst wollten wir laufen, die Taxifahren waren auch sehr aufdringlich und fragten uns schon als wir noch im Bus saßen, ob wir ein Taxi brauchen. Als wir dann aber unser Gepäck nochmal anschauten, haben wir entschieden uns fahren zu lassen. Er war ein normales Taxi. Der eifrige Taxifahrer hievte den Rucksack in das Taxi und dann den Kinderwagen. Er machte sich nicht viel Mühe die Kofferklappe zu verschließen. Er holte gleich 2 Spanngurte und befestigte so die Kofferklappe. Ich saß mit den Kindern hinten. Es gab natürlich keinen Kindersitz und anschnallen konnte man sich auch nicht. Also nur festhalten. Die Stadt war voll, wir kamen meist nur im Schritttempo vorwärts und konnten aus dem Fenster gucken. Da wurde auf dem Fahrrad frisches Fleisch transportiert, da lagen noch Obdachlose auf einer Pappe in der Ecke, einer transportierte sein Motorrad auf der Rücksitzbank im PKW – Hupen durfte natürlich nicht fehlen. 

Mit dem Hotel haben wir wirklich Glück gehabt. Wir wohnen sehr zentral, in einer sicheren Gegend, es ist sauber, gemütlich und die Kinder fanden es auch gleich toll. 

Churros in San José

Wir hatten uns schon auf Churros gefreut und wollten zu dem Laden „Crispy Churros“. Da fing das Suchen wieder an. Wir hatten eine Straße und den Namen, aber das reichte nicht. Wir liefen wieder hin und her, die Ticos wollten uns helfen, auch wenn sie nicht wussten, was wir suchten oder wo es genau sein konnte. Irgendwann stellten wir dann fest, dass es den Laden, dort wo er eigentlich sein sollte, nicht mehr gibt und fanden ihn dann nach unzähligen Befragungen und Wegbeschreibungen in einem Einkaufsladen im 4. Stock. Die Churros wurden frisch zubereitet, das konnte man dort sogar sehen, und dann in Zucker gewälzt. Wir haben seit dem einen leichten Zuckerschock und können keine Churros mehr sehen. Wer also Churros in San José essen möchte, findet auf der Avenida Central im Universal im 4.Stock des Einkaufszentrum Crispy Churros. Weiter westlich die Avendia Central entlang gibt es den Laden El Tostador, wo man auch Churros bekommen kann. Die Churros werden hier auch mit verschiedenen Füllungen angeboten, die sind aber nicht alle vegan. Vegund sind die natürlich auch nicht 😉

Churros in San José in El Tostador oder im Crispy Churros in der Avendia Central

Regengüsse und Schuhe kaufen

Es regnete nun bereits in Strömen. Von jetzt auf gleich fing es an und ein heftiges Gewitter zog über die Stadt. Sofort wechseln die Straßenverkäufer ihr Angebot und verkaufen Regenschirme und Regenponchos. Auch in jedem Einkaufsladen hängen gleich vorn Regenschirme. Wir warteten den Regen etwas ab und machten uns dann wieder auf die Suche nach Schuhen für unseren Großen. Es gibt hier unzählige Schuhläden, aber nicht jeder hat Kinderschuhe oder Sandaletten. Es gibt hier schon für die kleinsten Babys Schuhe für alle Anlässe. Die Mädchen haben hier kurz nach der Geburt Ohrringe, Armbänder und Ketten und mindestens ein Haarband. Ich habe beim Schuhkauf Gummistiefelhackenschuhe gesehen. So etwas kannte ich nicht, aber so oft geh ich nun auch nicht Schuhe kaufen- Gibt es die bei uns auch? Am nächsten Tag haben wir dann passende Schuhe gefunden, mal schauen wie lange die halten.

Auf den Straßen

Hier ist jedes 10. Auto ein Taxi, es wird gehupt, gegrüßt, gedrängelt und wieder gehupt. Hier sind sehr große Bordsteine für den Abfluss bei starken Regenfällen. Für Kinderwagen sind die Straßen hier nicht geeignet. Es gibt nicht immer eine Absenkung des Bordsteins, sodass man dann die große Lücke überwinden muss. Auch riesige Schlaglöcher sind mitten auf dem Fußweg, man muss also immer die Augen offen halten. Es ist für uns nicht so ganz einfach gewesen, zu wissen, wann man über die Straße geht. Oft gibt es keine Fußgängerampeln. Aber es hängt eine Ampel über der Mitte der Kreuzung und zeigt für die Autos die entsprechende Farbe an. Nach dieser Ampel richten sich auch die Fußgänger. Wenn die Autos rot haben, kann man gehen, das heißt aber nicht immer, das keiner fährt. Und man weiß auch nie so richtig wie lange die noch stehen. Ich stand einmal mitten auf der Straße als die Autos auf einmal alle Gas gegeben haben, anstatt zu rennen war ich erstmal unter Schock und brauchte eine Sekunde um dann schnell über die Straße zu laufen. Überall wo man hinschaut verkauft jemand etwas: Chances para hoy- Lotterielose, Bananenchips, Früchte, Lollis, Regenschirme, Kredite, Handyverträge, Schuhe, Handykabel, es gibt alles. Und alle schreien es laut heraus, was man tolles bei ihnen erwerben kann. Es  gibt auch lebendige Werbeschilder, ja die Menschen laufen mit einem Plakat durch die Gegend und Schreien dabei sehr laut. Unsere Kinder werden von soviel Ticos angefasst und gestreichelt und bewundert, wie schön sie sind. Que guapo, que linda,…. Wir passen schon gut auf, dass keiner einen mitnimmt, bei manchen Muttis bin ich mir da nicht ganz sicher 🙂 

Die Straßen sind im Schachbrettmuster angelegt, was für die Orientierung ja erstmal gut ist. Aber warum ist die Straßenführung so verwirrend, es gibt kaum Straßen, auf denen man einfach gerade aus fahren kann, da die Richtung öfter wechselt. Also fährt man immer im ZickZack bis man die Orientierung verloren hat. 

Heute Morgen habe ich auf der Straße eine Mülltüte liegen sehen, aus der lauter Klamotten rausguckten. Als ich vorbei gelaufen war, habe ich erstmal erkannt, dass dort ein Mensch drin lag. Überall auf der Straße liegen sie noch in den Morgenstunden auf Pappe, in Mülltüten versteckt, total vermummt, mit Zeitung zugedeckt. Auch auf dem Spielplatz lagen bestimmt 10 Männer am morgen, sodass wir wieder umgekehrt sind, weil es uns zu unheimlich war.

Warten

In San José sieht man plötzlich an der Straße mal eine sehr lange Schlange. Das kann entweder bedeuten, dass die Leute auf den Bus warten. Dann haben die ersten fünf in der Schlange noch eine Chance auf einen Sitzplatz, oder aber sie stehen um einen ganzen Block herum in einer Schlange an der Bank an. In Geschäften oder öffentlichen Einrichtungen zieht man oft eine Nummer und setzt sich dann hin oder steht in einer großen Menschenmenge. Gewartet wird hier viel. 

Wenn Autos an der Ampel warten müssen oder auch im Stau auf der Straße stehen, springen die Verkäufer vor die Autos, führen Kunststücke auf um danach Geld einzusammeln oder bieten den Autofahrern kleine Snacks an. 

Kinder tragen

Es ist mir aufgefallen, dass die Babys hier auf den Armen getragen werden. Also ohne Trage, sie schlafen einfach bei Mama oder Papa auf dem Arm. Tragen kommen auch ab und zu mal vor. Kinderwagen gibt es selten, oft nur für ältere Kinder. Man kommt einfach auch nicht voran auf der Straße und die Geschäfte sind oft so eng, dass man den Kinderwagen draußen stehen lassen muss. Wie auch in Spanien haben wir hier ebenfalls Kinder gesehen, die an der Leine geführt werden. 

Wir vermissen schon das Meeresrauschen, genießen aber die kühle Luft am Abend. Jetzt haben wir zum erstmal unsere langen Sachen in Gebrauch und unser Kokosöl in der Flasche ist fest geworden.

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